Montag, 22. Juni 2015

Samaipata - Trekking - Tarabuco

Unsere Reise nach Samaipata verlief zunächst nicht so wie geplant. Zum einen musste ich mich (Eric) aufgrund eines schlechten Hamburgers, welchen wir bei einem Zwischenstopps mitten in der Nacht geholt hatten, 2x übergeben. Zum anderen wurden wir um halb vier förmlich in Samaipata ausgesetzt. Vor Ort war es zudem alles andere als leicht ein Hostel für uns sieben zu finden. Grund hierfür war unter anderem die Uhrzeit, als auch Regen, inklusiver schlechter Straßen bzw. Sandwege.
Ungefähr eineinhalb Stunden später und mit gefühlten 50 Kilometern in den Beinen hatten wir dann endlich ein Hostel für die Nacht gefunden. In Bolivien ist es häufig kompliziet, aber irgendwie klappt es dann doch immer, und wie wir gestern von einem Bolivianer gelernt haben, der von seiner bequemen Wohnung auf seine Hippie-Karriere zurück blickt: Backpacker von heute wollen auch warmes Wasser und ein Bett, ist nicht mehr wie früher.
Eine Lagune als Luxusressort am Rande des Amboro Nationalparks
Am nächsten Morgen, nach einem belebenden Frühstück an der Plaza, begaben wir uns erneut auf die Suche nach einem geeigneten Hostel für das Wochenende. Nachdem wir so gut wie jede Übernachtungsmöglichkeit in Samaipata abgeklappert hatten, wurden wir endlich fündig. Wir verbrachten die nächsten zwei Nächte in einem Haus, was eher privat vermietet wurde. Dafür war das Ambiente rund herum umso schöner.
Gegen Mittag versuchten wir dann mit einem herkömmlichen Taxi die Wege zur Inkastätte El Fuerte zu erreichen. Was jedoch nicht möglich war, da es wie gesagt in der Nacht geregnet hatte, somit war die "Straße" hinauf nicht passierbar, bzw. befahrbar. Zumindest solange wie man kein Jeep oder Fahrzeug mit 4x4 besaß, was bei uns leider nicht der Fall war.
Der Hostelgarten
Somit beschlossen wir als Alternative unseren Nachmittag beim El Pueblito zu verbringen. Das Panorama und das Ambiente war dort dafür umso schöner.
Unsere Abendgestaltung bestand darin, was zu essen und eine Trekkingtour für den nächsten Tag zu finden bzw. zu organisieren, was uns auch letztendlich gelang.

Am nächsten Morgen (Samstag) um 08:30 begann dann unsere Tour. Geplant war die Wanderung im Nationalpark Amboro, wo wir dann in der Nähe eines Vulkans und einer Lagune bzw. eines Flußes entlangwanderten.
Jedoch verspätete sich unsere Ankunft am Startpunkt um fast zwei Stunden, da wir zum einen das Auto aufgrund eines Defektes wechseln mussten und zum anderen auf unser Strecke ein großes Radrennen stattfand...
Endlich angekommen erbot sich uns ein wunderschöner Ausblick auf die umliegenden Bergketten und einen anliegenden See. Zu allererst mussten wir ein Stück durch den Jungle, wo wir an Lianen klettern konnten - Jane haben wir hierbei leider nicht finden können.
Nach dem Jungle erwartete uns ein steiler Marsch zur Spitze des Berges, welcher wieder mit einem atemberaubenden Panorama belohnt wurde.

Blick auf den Amboro Nationalpark
Im Anschluss folgte erneut eine kurze Wanderung durch den Jungle bis ins Flussbett, wo wir unseren Mittag dann genießen konnten. Danach ging unsere Tour mitten durch das Gelände des Nationalparks. Wir durchquerten einen strömenden Fluß, wo uns das Wasser zum Teil bis zur Hüfte stand. Zum Teil mussten wir immer wieder neue Stellen suchen, da wir sonst den Fluß nicht überqueren hätten können. Anfangs war dieses Abenteuer noch sehr aufregend und spannend für uns, jedoch drei Stunden und ca. 15 Überquerungen später hauptsächlich nur noch anstrengend und kräftezehrend. Als wir dann endlich gegen 18 Uhr den Bus erreichten waren wir sichtlich erleichtert aber auch klitsch naß. Alles in allem war es trotzdem ein toller und ereignisreicher Tag.

Am Sonntagmorgen waren wir erst noch alle vom Vortag recht erschöpft, deswegen versuchten wir nochmal die Inkastätte El Fuerte zu erreichen, um dort gemütlich eine Runde zu gehen. Dieses mal gelang es uns auch, da es zum Glück die letzen zwei Tage in Samaipata trocken geblieben war. Jedoch empfanden wir diesen Ort eher als etwas enttäuschend, da zum einen der Eintritt zu überteuert war und zum anderen auch die gesamte Gegend nicht sehr spannend war. Auch das anschließende Museum war eher ein Reinfall.
Am Abend fuhren wir dann mit dem Nachtbus zurück nach Sucre.

Maragua Krater - Blick vom Haus
Dort angekommen haben wir uns am Mittwoch direkt mit CondorTrekkers auf eine 2-tägige Wanderung zum Maragua Krater gemacht. Begleitet wurden wir von unserem Guide Rogelio, Zara, die eingelernt wird und einem Paar aus der französischen Schweiz. Die Wanderung begann früh morgens mit 5km über einen alten Inka-Trail. Der Blick auf die Landschaft war dabei fantastisch. Die restlichen 12km war es selten Eben und die Ankunft in Maragua daher umso schöner und zudem unterhaltsam, da zwei kleine Jungs auf Eseln in Wildwest-Manier an uns vorbei ritten. Dort angekommen haben wir nach kurzem Bier-Wein-Shopping (ich glaube viel mehr kann man dort auch nicht shoppen) in unserem Haus zu Abend gegessen und sind dann doch recht früh alle in unsere Betten gefallen.
Am nächsten Tag ging unsere Wanderung nochmal für 10 km weiter. Zunächst durch den Krater, vorbei an einem Miniatur-Museum, wo wir ein bisschen was über Archäologie und Inkas erfahren durften und dazu noch eine Einlage auf der Gürteltiergitarre hören konnten.

Seit Donnerstag haben wir viel gearbeitet, also z.B. Tischkartenhalter entworfen und bauen lassen, die Beleuchtung im Cafe verbessert, ein Album von der Trekkingtour erstellt...

Gestern sind wir dann zu 18. in einem Kleinbus auf den Tarabuco Markt gefahren. Einem Markt wo die Indigenen ihre Waren verkaufen, beziehungsweise zum Teil noch tauschen. Dort haben wir einen Bekannten aus dem Hostel getroffen, der in Tarabuco gerade sein Haus baut und dadurch, dass er 10 Jahre in Mainz studiert hat, gutes Deutsch spricht. Er hat uns ein bisschen über den Markt geführt und uns erzählt, dass selbst hier sehr viele viele der Produkte aus China kommen. Anschließend hat er uns noch auf einen Tee zu seinem Haus in Tarabuco eingeladen, das ein Vortragsort über Inkakultur werden soll.
Am Abend haben wir dann noch gemütlich bei ihm in Sucre mit Wein und Pizza am Kamin gesessen. So ein schönes Privathaus haben wir in hier bisher noch nicht gesehen. Die angrenzende Schreinerei ist gespickt mit Maschinen aus Deutschland, wo die Einrichtung für das halbe Hostel entstanden ist.
Beeindruckend war auch, dass er den Präsident von Bolivien, Evo Morales, persönlich kennt und eine Zeit lang sein Weggefährte während der "indigenen-Revolution" war. Der Bildbeweis genügte uns dann, wo er mit dem Programm Photoshop nicht viel anfangen konnte.

Hier folgen noch ein paar Bilder der letzten Tage..

El Pueblito - Samaipata
Die Gruppe an der Lagune
Wie üblich hier - mittags im Norden die Sonne
Blick zurück

Berg erklommen
Die Inkaruinen von El Fuerte - Samaipata
Trekkingtour mit Condor unweit von Sucre
...es ging auf und ab...

Freeze
Ein Wasserfall auf der Wanderung
Anfang von Tag 2 der Wanderung
Gürteltiergitarre
Natürliche Felsformation im Amboro Nationalpark

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